Gemeinsam weiterdenken: Forschung und Praxis im direkten Austausch
Bildnachweis v.l.n.r: Martina Braun – HSNR | Dr. med. Mark Banysch – SBK | Prof. Dr. Nele Wild-Wall – HSRW | Clemens Roeling – SBK | Andras Kofer – AIS-Labor HSRW | Prof. Dr.-Ing. Christian Ressel – HSRW | Prof. Dr. Edwin Naroska – HSNR | Sven Tripp – SBK | Miriam Drazek – HSRW | Dr. med. Theodor Heuer – SBK | Thomas Grünebaum – SBK | Dr. André Krause – HSRW | Rudolf Leis - SBK. © ZAT Rhein-Ruhr/ HSRW. Die Bilder sind honorarfrei unter Nennung des Bildnachweises verwendbar.
Gemeinsam weiterdenken: Forschung und Praxis im direkten Austausch
Am Mittwoch, 14. Oktober, kamen die Praxis- und Forschungsteams des St. Bernhard Hospitals Kamp-Lintfort (SBK) und der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) zu ihrem regelmäßigen Austausch zusammen. Der direkte Kontakt mit den Entscheiderinnen aller beteiligten Partnerinnen macht seit 2023 diese Treffen besonders wertvoll: Ideen und Anfragen lassen sich gemeinsam auf ihre Machbarkeit prüfen, notwendige Voraussetzungen klären und nächste Schritte vereinbaren.
Im Mittelpunkt standen zunächst laufende Kooperationen. Vorgestellt wurde unter anderem der Zwischenstand einer Bachelorarbeit, die Prof. Dr. Wild-Wall an der HSRW betreut. Dafür werden anonymisierte Daten aus dem Fragebogen ausgewertet, mit dem das SBK die Zufriedenheit von Patient*innen bei ihrer Entlassung erfasst.
Auch kulturübergreifende Kommunikation – insbesondere im Kontakt mit älteren Patient*innen – war Thema. Miriam Drazek, wissenschaftliche Mitarbeiterin in den HSRW-Projekten CO-CREATE und TransRegINT, forscht im Rahmen ihrer Promotion zu technikunterstützter Biographiearbeit. In Zusammenarbeit mit dem SBK erhebt sie dazu bereits seit längerer Zeit Daten.
Wie die erfolgreiche Zusammenarbeit langfristig über fortgeführt werden kann, zeigte danach Prof. Dr.-Ing. Christian Ressel von der HSRW auf. Ein wichtiger Ansatz ist, die entstandenen Netzwerke zu verstetigen – unter anderem mit der angestrebten Gründung eines Forschungsvereins.
Das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) Nordrhein-Westfalen geförderte Zentrum für Assistive Technologien (ZAT) Rhein-Ruhr endet 2026. Seine Weiterentwicklung soll auch die Zusammenarbeit im ZAT-Konsortium stärken. Dazu gehören neben der HSRW die Hochschule Niederrhein, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und die Universität Duisburg-Essen. Ein Beispiel für regionale Vernetzung ist der Innovationscampus Moers, der Hochschule, Stadt und Unternehmen aus der Region zusammenbringt.
Prof. Dr. Naroska und Martina Braun von der Hochschule Niederrhein stellten erstmals das Projekt Palli.Care.ai vor. Im Austausch mit Vertreter*innen aus Pflege, Medizin und Verwaltung des SBK wurden erste Hospitationen auf der Palliativstation vereinbart. So können die Abläufe und Perspektiven aus dem Praxisalltag in die Forschung einfließen.
Auch für die Pflegeausbildung gab es einen konkreten Ansatz: Ein Virtual-Reality Simulator für das spielerische Training der korrekten Legung von OP-Instrumententischen soll weiterentwickelt werden. Das Krankenhaus stellt dafür VR-Brillen zur Verfügung. Dr. André Krause (HSRW) wird die Möglichkeit erkundet, den VR-Simulator gemeinsam mit Studierenden zu erweitern (z.B. um den Aspekt der Instrumentenanreichung an die Chirurg*innen).
Zum Abschluss gab der Blick auf aktuelle technische Entwicklungen weitere Impulse für gemeinsame Vorhaben. Die Vorstellung der neuesten Generation von Eyetracking-Brillen führte beispielsweise zu Überlegungen für weitere Termine in der Endoskopie des SBK. Die dabei erhobenen Live-Daten von Chirurg*innen könnten zum Beispiel helfen, geeignete kurze Pausen bei längeren Operationen dynamisch vorzuschlagen und so mögliche Ansatzpunkte für die Qualitätssicherung zu erkennen.
Beim nächsten Treffen im Frühjahr 2027 sollen diese Ideen weiter konkretisiert werden. Der Austausch zeigt: Die Zusammenarbeit bringt Forschung und Versorgung unmittelbar zusammen – und schafft Anknüpfungspunkte, die auch über einzelne Projekte und Förderzeiträume hinausreichen.
Ansprechpartner*in
Birgit Mosler
- Innovations- und Netzwerkmanagerin
- Zentrum für assistive Technologie (ZAT) Rhein-Ruhr
- Tel.: +49 (0) 2842 908 25 – 282 | Email: brigit.mosler@hochschule-rhein-waal.de
- Veranstaltung gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordhrein-Westfalen